Ein Islam-Verein im Bezirk Braunau vor ungewisser Zukunft

Ein Islam-Verein im Bezirk Braunau vor ungewisser Zukunft
BEZIRK BRAUNAU. Diskussion um neues Islamgesetz betrifft drei Gruppierungen in Braunau, Mauerkirchen und Mattighofen kaum

1395793_m3w561h315q80v57045_xio-fcmsimage-20151222101004-006013-5679136c91a55-.ec4117a1-dd95-49d4-84cc-c0334290e43eVier Islam-Vereine gibt es derzeit im Bezirk Braunau, drei davon sind bereits Mitglied des Dachverbandes Islamische Glaubensgemeischaft in Österreich (IGGiÖ) und damit von der wahrscheinlichen Gesetzesänderung kaum betroffen. Das Islamische Friedenszentrum, das am Quellenweg in Braunau einen Treffpunkt hat, ist nicht beim Dachverband.

“Wir haben eine Mitgliedschaft beantragt, weil es uns vom Verfassungsschutz empfohlen wurde, aber keine Rückmeldung bekommen”, erklärt Jasmina Abdelrahman, Öffentlichkeitsarbeiterin des Friedenszentrums. Murat Baser, offizieller Vertreter der Islamischen Religionsgemeinde Oberösterreichs, erklärt, welche Änderungen bevorstehen: “Vereine, die religiöse Inhalte wie Gebetszeiten, Feiern oder Unterricht anbieten, müssen künftig beim Dachverband registriert sein, sonst dürfen sie nur noch kulturelle oder sportliche Angebote machen.”

Alle vier islamischen Vereine im Bezirk bieten derzeit religiöse Elemente an und wollen dies auch weiterhin tun. Im Zentrum “Fatih Camii” in Braunau-Laab und im Interkulturellen Verein Mattighofen (ALIF) versammeln sich vor allem Türken. Bei “Dzemat” in Mauerkirchen kommen die Bosnier zusammen. Diese drei Vereine sind bereits Mitglied des Dachverbands. Änderungen kommen auch auf sie zu: “Sie werden sich ummelden müssen, von einem Verein auf eine Kultusgemeinde”, erklärt Baser und sichert den Mitgliedern Unterstützung zu.

“Schade, dass wir bisher keine Rückmeldung vom Dachverband bekommen haben, wir werden es nochmals versuchen”, kündigt Abdelrahman eine weitere Kontaktaufnahme an und fragt sich: “Was wird, wenn die uns nicht annehmen?” Obmann des Islamischen Friedenszentrums ist der Albaner Urim Krasniqi. Weil die Mitglieder dieser Gruppe aus verschiedensten Staaten kommen, wird dort Deutsch gesprochen – außer beim Hauptgebet, das alle Moslems in Arabisch halten. “Vorurteile abbauen, das Gemeinsame hervorheben”, nennt Abdelrahman, die in Lengau aufgewachsen ist und in Lochen gewohnt hat, die wichtigsten Ziele des Vereins.

Willkommen sei jeder, egal, welcher Religion oder Nation jemand angehöre, betont sie und verweist auf interreligiöse Friedensgebete. “Auch bei Muslimen treten wir für ein moderates Verständnis des Islam ein”, distanziert sie sich von Fundamentalismus und Fanatismus. Nach dem Freitagsgebet legen auch die Vereinsfunktionäre von Fatih Camii dar, worunter sie leiden: “Gegen Muslime wird Hass geschürt. Terrorismus ist absurd, Islam bedeutet Frieden. Man muss Respekt haben vor jedem Lebewesen”, erklärt Erdal Celik. Obmann Cevat Ahiskali bedauert auch, wenn der Islam mit Terrorismus gleichgesetzt wird. In einer Stellungnahme haben die islamischen Religionslehrer Terror verurteilt. Verständnis für die Flüchtlinge, die ihre Heimat verlassen mussten, wird spürbar, die Gruppe hat auch Lebensmittel an die Grenze gebracht. Regen Kontakt mit der katholischen und evangelischen Kirche in Mauerkirchen hat Imam Abdulah Cajlakovic. Die bosnischen Moslems haben sogar für die Kirchturmrenovierung gespendet.

Alle vier Islamvereine im Bezirkbemühen sich, Kontakte mit Einheimischen zu knüpfen und versuchen dies etwa mit Tagen der offenen Tür. Andere beteiligen sich bewusst an Aktionen wie der Flurreinigung im Frühling und arbeiten intensiv mit dem Regionalen Kompetenzzentrum für Integration (ReKI) in Braunau zusammen.

http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/innviertel/Ein-Islam-Verein-im-Bezirk-Braunau-vor-ungewisser-Zukunft;art70,2066103

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